Haus, Vorüberlegungen

Roth Massivhaus, Kosima Haus und WeberHaus

Wir suchen den richtigen Bauträger, aber was ist uns eigentlich wichtig? Wir mussten feststellen, dass es gar nicht so einfach ist zu seinen ursprünglichen Vorstellungen zu stehen. Vor allem dann, wenn man sie plötzlich in einem 3D-Modell vor sich hat und man dann nicht begeistert ist. Aber der Reihe nach…

Als wir anfingen ernsthaft über das Haus auf unserem Grundstück nachzudenken, haben wir sehr exotisch angefangen. Frau Maulwurf hat mich im Ausland angerufen und wollte mir ihren ersten Entwurf zeigen. Ich solle nicht erschrecken, es ist was ganz anderes, aber sie mag es eben. Es war ein schöner Entwurf eines englischen Landhauses mit einer unregelmäßigen Verblendung des Mauerwerks, 3 großen Gauben und der nach innen eingelassenen Aussparung für die Eingangstür. Da hat sie sich wirklich ins Zeug gelegt, ich konnte nicht anders als die Idee gut zu finden. Die von dem Entwurf ausgehende Gemütlichkeit war motivierend und so wollten wir in die ersten Gespräche mit den Baufirmen gehen. Erstmal keine Abstriche und unseren Kopf durchziehen. Das haben wir dann letztlich auch gemacht.

1. Gespräch mit Kosima Haus

Wir haben uns an einem Nachmittag im September getroffen, um unsere Vorstellungen durchzusprechen. Es wurden viele sinnvolle Fragen gestellt und teilweise berechtigte Kritik am Gesamtprojekt geäußert. Wir bekamen auch einen ersten Eindruck davon, was für so einen Termin überhaupt wichtig für uns und auch den Verkäufer ist. Ein detailliertes Angebot konnten wir auf der Basis noch nicht erhalten. Allerdings durften wir uns bereits mit der Bauleistungsbeschreibung befassen und haben uns für einen 2. Termin verabredet. Noch stand unsere Vorstellung von einem englischen Landhaus.

Wir wünschten uns vollständiges Verblendmauerwerk, einen Keller und eine Doppelgarage. Man durfte noch träumen 😉

1. Gespräch mit Roth Massivhaus

Das erste Gespräch mit Roth Massivhaus war zunächst etwas ernüchternd, aber auch sehr real. Durch die klare Vertriebsnote wurde sofort über Zahlen gesprochen, über Anforderungen an das Haus und was sie finanziell bedeuteten. Wir Träumer waren vielleicht im 1. Teil des Gesprächs noch nicht so weit, aber dann wurden wir doch noch warm mit der Idee und haben motiviert über weitere Ausstattungsmerkmale gesprochen.

Bei Roth hat man nach dem Termin eine detaillierte Leistungsbeschreibung, eine Bauleistungsbeschreibung und einen Vertragsentwurf in der Hand und man darf alle Unterlagen mitnehmen. Das ist nicht selbstverständlich und so wurde unser Haus im wahrsten Sinne greifbar. Die Herausforderung ist dann allerdings sich einen Grundriss und einen realistischen 3D-Entwurf  vorzustellen. Im Grunde sollten wir uns das Roth Landhaus mit zwei weiteren Gauben vorstellen, was uns zugegeben recht schwer fiel.

Wir wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht wie groß das Haus werden soll, wie viele Türen, Fenster, Wände etc. und man muss schon sagen, dass ein Vertriebsgespräch einen an diesem Punkt nicht wirklich abholt. Loben kann man allerdings die Ausstellung von Roth in den eigenen Büroräumen. Man bekommt einen ersten Eindruck der inkludierten Dachziegeln, Badgarnituren etc. Nach dem Gespräch mussten wir uns dennoch erstmal deutlich klarere Vorstellungen machen. Wir waren in diversen Musterhäusern von Bauunion 1905 und im Unger Park in Werder. Zudem haben wir angefangen intensiv unsere Grundrissplanung selbst voran zu treiben mit Home.by.me.

Termin auf dem Bauherreninformationstag von Roth

Uns ging das Gespräch nicht aus dem Kopf und da bereits wenige Tage später eine Informationsveranstaltung von Roth stattfand haben wir uns noch einmal nach Berlin-Charlottenburg begeben, um uns das Leistungsspektrum von Roth anzuschauen. Es waren die Experten bzw. Partner für alle wichtigen Themen vor Ort. Waterkotte hat seine Heizgeräte vertreten und eine Ansprechpartnerin für Loxone die Hausautomation. Zudem hat der eigene Baubiologe Tipps gegeben und auch Roth Finanz durfte sich vorstellen. Alles in allem also eine ziemliche Werbeveranstaltung. Wenn man sich seine Notizen allerdings mitnimmt und die genannten Punkte selbst bewertet, dann bekommt man wenigstens einige Themenschwerpunkte mit.

Es hat uns zumindest sehr geholen mit den Ansprechpartnern direkt zu sprechen und einige kritische Fragen zu stellen. Wir waren nach dem Tag relativ überzeugt von unserer Idee und davon, dass Roth dieses Haus bauen kann.

2. Gespräch mit Kosima Haus

Wieder eine Woche später stand unser 2. Gespräch mit Kosima Haus an und heute sollte es konkreter werden. Wir bekamen einen 3D-Entwurf gezeigt und waren erst sehr beeindruckt und dann recht verunsichert. Wollten wir, dass das Haus am Ende so aussieht? Wird das Haus nicht relativ wuchtig in voller Verblendung, wenn man entsprechende Deckenhöhen berücksichtigt? Auch haben wir nun einmal Preise für die Verblendung gehört und waren plötzlich in der harten Realität angekommen.

Unsere eigene Vorstellung wird am Ende klein, verbaut und unheimlich teuer. Das nagte einige Tage an uns und wir bauten den Entwurf einmal amateurhaft in Sketchup nach. Wir konnten auch zu Hause nachvollziehen, dass die Deckenhöhe zusammen mit den niedrigen Giebeln nicht harmoniert und das ursprüngliche Gemütliche nicht mehr so gemütlich aussieht. Durch die niedrige Bauweise hätten wir zudem einen Keller bauen müssen oder das Haus so groß bauen müssen, dass irgendwo eine vollgestopfte Besenkammer übrig bleibt. Oder wir machen etwas ganz anderes…?

1. Gespräch mit WeberHaus

Nach nun einigen Wochen meldete sich WeberHaus, dass sie mit der Planung fertig seien und wir auf einen Termin vorbeikommen können. Nun waren wir gespannt wie WeberHaus unsere Vorstellungen lösen wollte und wir wurden überrascht! Denn WeberHaus hat unsere Vorlagen größtenteils ignoriert, was uns aber hier sehr zum Vorteil war. Denn sie haben den Stil durch die Teilverblendung einer modernen Stadtvilla übertragen. Ganz schön clever fanden wir das. Wir haben uns neu verliebt – in eine Stadtvilla mit Landhaus-Details. Allerdings hatte diese wunderschöne Hütte auch einen stolzen Preis. Jetzt wo doch 2 Vollgeschosse drin sind und sogar ein Dachboden, da dachten wir uns auf den Keller können wir eigentlich verzichten. Wir verließen den Termin motiviert, dass wir auch ohne unsere ursprünglichen Anforderungen glücklich würden.

Na gut, dachten wir, warum eigentlich nicht. Wir öffneten uns in diesem Schritt wieder gegenüber fertigen Hausmodellen und schauten uns auch bei Roth einige Häuser genauer an. Haus Hamburg, Villa Lugana und Villa Modena fanden wir plötzlich sehr interessant.

Hausbesichtigungen

Wie es der Zufall will gab es sogar eine Hausbesichtigung von Roth zu einer umgeplanten Villa Lugana. Wir haben uns mittlerweile einige gute Ideen für unseren eigenen Grundriss zusammengetragen und so konnten wir den Bauherren mit vielen Fragen begegnen und auch den Grundriss kritisch bewerten. Einige Details wie die tiefergelegten Balkontürschwellen konnten wir direkt auch für uns übernehmen.

In der nächsten Woche haben wir uns auch zwei Häuser von WeberHaus angeschaut. Einen Bungalow und eine Stadtvilla. Beide waren sehr clever und sehr individuell geschnitten und hatten ihren Charme, allerdings konnten wir uns keinen Eindruck von der Luftheizung machen, die uns in den Terminen so empfohlen wurde. Das sollten wir im nächsten Termin noch einmal fragen dachten wir uns.

2. Gespräch mit WeberHaus

Und so kam es, dass wir ein 2. Gespräch mit WeberHaus hatten. Uns wurde ein umgebauter Grundriss und ein erneuter 3D-Entwurf präsentiert und wir waren beeindruckt ob der Vorbereitung. Allerdings konnten wir im Termin dann nicht so richtig Fahrt aufnehmen. Wir hatten beim jonglieren mit den Zahlen auch schon niedrigere Zahlen gesehen und was machen wir jetzt eigentlich mit der Luftheizung? Und warum ist ein Haus in Fertigbauweise eigentlich unterm Strich so teuer? Wir verließen den Termin mit sehr gemischten Gefühlen. Die Planung war gut, aber am Ende blieben Zweifel. Warum gibt es in der ganzen Region Berlin/Brandenburg kein Haus, in dem man sich das Raumklima mit einer Luftheizung anschauen kann? Die etwas ferner gelegenen Musterhäuser wollten wir nicht besuchen und so gaben wir am Ende auf.

Die Entscheidung

Aber nein doch, das klingt gleich so negativ. Denn schließlich hat uns jeder einzelne Schritt in den letzten 3 Monaten an den Punkt gebracht, an dem wir jetzt sind. Und dieser Schritt ist es die Vertragsunterlagen von Roth Massivhaus zu prüfen und die finalen Schritte für die Unterschrift einzuleiten. In der Prüfung liegt nun eine leicht vergrößerte Villa Modena, die uns mit ihrem kleinen charmanten Giebel überzeugen konnte. Nun gehört zum letzten Schritt auch ein Termin bei einer Baufinanzierungs-Vermittlung, den wir Anfang Dezember haben werden. Dazu wird es wohl später weitere Updates geben, doch dies war erstmal die Geschichte von unserem geplatzten Traum vom englischen Landhaus und warum das schlussendlich völlig ok ist 😉

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